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Janine Binder – Seine Toten kann man sich nicht aussuchen

Trotzdem bleibt dieses Buch ein dramatisches, welches nicht nur einmal die dunkelsten Seiten der Menschen offenbart.

Janine Binder ist Polizistin mit Leib und Seele. Das spürt man direkt, wenn man sich auf ihr Buch „Seine Toten kann man sich nicht aussuchen“ einlässt.
Schon die ersten Seiten sind berührend, machen traurig, wütend und schockieren.

Bald jedoch spürt man noch mehr. Nämlich, dass die Autorin eine mutige junge Frau ist, die ihren beruflichen Weg gegangen ist, auch wenn dies nicht immer leicht für sie war. Mit ihrer schmalen Figur und nur 1,58 m groß bewies sie sich selbst und anderen, dass sie eine ECHTE Polizistin werden kann.

Sie beschreibt ihren beruflichen Alltag ungeschönt real. Blökende Schafe, Notfallschokoriegel, große Fische und die ein oder andere Leiche finden sich in ihren Erzählungen wieder, aber auch Berichte davon, dass immer noch zu wenig hingeschaut wird und manche Menschen den Begriff Pietät nicht zu kennen scheinen!

Der Schreibstil ist mit der genau richtigen Portion Emotionen versehen und zwischen Gänsehaut, stockendem Atem und Ekel fanden sich beim Lesen auch einige Lacher.

Trotzdem bleibt dieses Buch ein dramatisches, welches nicht nur einmal die dunkelsten Seiten der Menschen offenbart.

Danke an die Autorin für diesen Einblick in ihren Berufsalltag, der so gar nichts mit den typischen Klischees von CSI und Cobra 11 zu tun hat.
© Ricarda Ohligschläger

Janine Binder und ich am 12.10.2011