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Tatjana Kruse – Finger, Hut und Teufelsbrut

Vor den Augen der Weltöffentlichkeit wird der indische Kulturattaché mitten auf dem Marktplatz zu Schwäbisch Hall entführt. Siegfried Seifferheld, Kommissar a. D., kennt die Hintergründe, und während die Exekutive noch im Dunkeln tappt, ermittelt Seifferheld mit Gehhilfe und Gefahrhund undercover in einem „Indisch Kochen leicht gemacht“-Kurs. Währenddessen tobt in seiner Familie wieder einmal das Chaos: Seine Freundin MaC ist wutentbrannt ausgezogen, dafür ist seine Schwester Irmgard, auch genannt der General, wieder bei ihm in die Untere Herrengasse eingezogen. Und der heimliche Sticker Seifferheld erhält sogar eine eigene Radiosendung, in der er als Stickexperte mit Rat und Tat berät …(Kurzbeschreibung laut www.amazon.de)

Bollywood – Schönheiten, Tantramassage, chinesische Wonneproppen und in Extase getrommelte Pfarrer, mitten in Afrika.Tatjana Kruse bekommt sie alle unter einen Hut!

Schon in der Rezension zu „Nadel, Faden, Hackebeil“ habe ich erwähnt, dass mir Tatjana Kruse mit ihrem Kommissar Seifferheld richtig Spaß bereitet hat. In diesem Fall geht es jedoch noch kurioser zu.

Dabei bleibt der eigentliche Fall nicht weniger interessant, gerät aber doch zuweilen in den Hintergrund, was jedoch nicht weiter stört, denn Irmgard, Seifferheld selbst, die kasachische Putzfrau und der Rest der Familie sorgen für so viel Trubel, dass man zwischendurch gerne vergisst hier keine Komödie zu lesen, sondern einen Krimi.

Tatjana Kruse versteht es Humor, Spürsinn und Spannung so ineinanderzufügen, dass man regelrecht süchtig wird nach Schwäbisch Hall und Siegfried Seifferheld.

Bravo!
© Ricarda Ohligschläger