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Annette Hohberg – Ein Sommer wie dieser

Zeitweise verspürte ich den Wunsch mich in den wunderschönen Wortspielen der Autorin zu verlieren

Es ist ein herrlicher Sommer. Klara und Stephan sind Anfang 20, als sie sich in Italien kennenlernen und ineinander verlieben – bis eine unglückliche Verkettung von Umständen sie trennt. Die Jahre vergehen, jeder führt sein eigenes Leben. Durch einen pikanten Zufall begegnen sie sich Jahrzehnte später wieder und entdecken, dass sie noch immer dieselben starken Gefühle füreinander haben. Doch Klara ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter, und Stephan ist Single, Literaturprofessor und hat seine Affären. Sollen sie das wirklich alles aufgeben und den Sprung ins Ungewisse wagen? Es kommt der Tag, da müssen sie eine Entscheidung treffen …
(Kurzbeschreibung laut www.amazon.de)

Bei dieser Rezension werde ich über den Inhalt kein weiteres Wort verlieren. Die Kurzbeschreibung sollte ausreichen. Vielmehr möchte ich auf den Schreibstil von Annette Hohberg hinweisen, denn es wäre zu schade diesen außer Acht zu lassen.

Kurz, prägnant, kraftvoll – das sind die Worte, die mir zuerst einfallen, wenn ich an dieses Buch denke. Und genau so ist eben der Schreibstil. Annette Hohberg versteht es mit kurzen Sätzen ausdrucksvoll zu unterhalten. Sie lässt wunderbare Sätze erst richtig wirken, durch diese reduzierte Art Dinge zu beschreiben. Man dürstet regelrecht nach mehr. Und bekommt es auch! Annette Hohberg zaubert mit ihrem Schreibstil aus Nebensächlichkeiten etwas ganz besonderes, aufregendes und schönes.
Die Spannung trägt sich dadurch fast wie von selbst durch das ganze Buch. Mitreißende Wendungen steigern sie noch zusätzlich.

Zeitweise verspürte ich den Wunsch mich in den wunderschönen Wortspielen der Autorin zu verlieren, die Augen zu schließen und Sprache einfach nur Worte, Zeilen und Sätze sein zu lassen. Ich kann das gar nicht ausdrücken, wie sehr sie mich berührt haben.
Das Buch ist eines der schönsten, welches ich in der letzten Zeit gelesen habe. So recht kann ich nicht beschreiben, was es eigentlich ausmacht. Ist es die Story, der Schreibstil oder sind es die Figuren?
Vielleicht ist es auch die stille Aufforderung die Liebe zu nutzen und nicht sie zu vergeuden.

Fazit: In jedem Fall ist es ein Buch, was gelesen werden muss!
© Ricarda Ohligschläger