Interviews mit Autoren

Interview mit Maximilian Buddenbohm

Ich wollte als Jugendlicher eher Kunstmaler werden

Warum haben sie die Geschichten über das Erwachsenwerden aufgeschrieben? Werden Sie Ihren Söhnen von diesen Geschichten erzählen, wenn diese erwachsen sind? Oder schon vorher? 

Der Verlag hat nach diesen Geschichten gefragt. Das war auch recht naheliegend, so als zweiter Band nach den Kindheitsgeschichten. Die Söhne wissen bereits jetzt von den Geschichten, ohne dass es sie groß beeindrucken würde. Erwachsenengeschichten interessieren sie eben nicht. Egal, von wem sie sind. Keine Bilder drin, keine Indianer, keine Piraten, keine Pappklappen, hinter denen man Monster finden kann. So etwas taugt nichts.

Werden Sie Ihren Söhnen Ihre Erfahrungen mit auf deren Weg geben? Oder sollen sie ihre eigenen Erfahrungen machen?

Man kann keine Erfahrungen mit auf den Weg geben. Man kann nur Geschichten erzählen. Das klingt nur ähnlich.

Ist ihren Söhnen bewusst, dass sie als Autor arbeiten und was sagen sie dazu?

Ich: „Wisst Ihr eigentlich, dass ich Bücher schreibe? Ja, oder?“
Sohn I: „Ja. Kann ich jetzt Dein iPad haben?“
Sohn II: „Hunger!“

Wenn Sie ihre Kinder nicht hätten, was würde Ihnen am meisten fehlen?

Keine Ahnung. Wie sollte man die auch haben.

An was erinnern Sie sich als erstes wenn Sie an Travemünde denken?

An die Winterlangeweile. Endlos, sehr grau, sehr zäh. Sogar die Februare waren entschieden zu lang, das muss man sich mal vorstellen.

Wie kam es von der ersten Idee zum ersten Buch zur Umsetzung? Haben Sie einfach drauf losgeschrieben oder einen Schreibkurs o. ä. besucht?

Ein Verlag hat nach meinen Texten gefragt, nachdem man dort eine Weile mein Blog verfolgt hat. Ich habe sie aus dem Internet kopiert, etwas formatiert, ein wenig nachbearbeitet, ein wenig umgeschrieben und zack, war es ein Buch. Das war erstaunlich unspektakulär. Beim zweiten Buch habe ich dann schon etwas mehr nachbearbeitet, beim dritten noch viel mehr und beim vierten habe ich den größten Teil direkt für das Buch geschrieben, gar nicht erst für das Blog. Und nein, ich glaube nicht an Schreibkurse. Was vielleicht aber auch nur daran liegt, dass ich Glück hatte. Sehr viel Glück.

War das mit dem Bücherschreiben immer schon ein Wunsch („wenn ich groß bin, dann …“) oder hat sich das eher so nebenbei ergeben?

Das war bis vor ein paar Jahren nie mein Wunsch und hat sich tatsächlich nebenbei ergeben. Ich wollte als Jugendlicher eher Kunstmaler werden. Erst als es in greifbare Nähe rückte, fand ich die Option Buchautor richtig erstrebenswert.

Bauen Sie in Ihre Bücher bewusst oder unbewusst Personen ein, die Sie kennen?

Äh. Also ich schreibe autobiographisch. Wenn ich bewusst keine Personen einbauen würde, die ich kenne, dann wären die Bücher voller, ja was eigentlich, Gespenster, Vampire, Schlümpfe? Traumfiguren? Würde das jemand als Autobiographie kaufen? Wohl kaum. Wenn ich aber unbewusst Menschen einbaue, die ich kenne, dann kann ich das natürlich nicht wissen, denn das ist ja der Witz bei „unterbewusst“.

Ich würde gerne wissen, zu welcher Tageszeit sie schreiben und warum? Und gibt es einen bestimmten Ort, an dem sie sich Ideen holen bzw. an dem sie schreiben?

Ich schreibe, wenn ich Zeit dafür habe. Egal wann, egal wo. Und ich habe leider keine Zeit, mir irgendwo Ideen zu holen. Entweder die kommen von selbst oder eben nicht. Es wäre eine spannende Option, für so etwas Zeit zu haben.  Sieht aber in naher Zukunft nicht so aus.

Statt nur auf Ihrem Blog zu schreiben, lesen Sie auch regelmäßig Blogs?

Ja, etliche. Siehe dazu die Blogroll in meinem Blog.

Mich würde interessieren, ob da nicht mal was auf der Strecke bleibt – bei Arbeit, Familie, Blog und Internetagentur??

Die freie Zeit, im Sinne von angenehm leerer Zeit, die bleibt auf der Strecke. Müsste ich vielleicht mal ändern. Ich habe nur einfach keine Zeit für die nötigen Veränderungen. Fatal.

Und auf was könnten Sie am ehesten verzichten?

Auf ein paar Stunden im Büro könnte ich gerne noch verzichten, wenn das denn finanziell möglich wäre. Manchmal ist es möglich, dann mache ich es auch. Wenn ich etwa einen Buchvertrag habe, nehme ich unbezahlten Urlaub, bleibe zuhause und schreibe. Ich habe in dieser Hinsicht einen ganz außerordentlich entgegenkommenden Arbeitgeber.

Welche Frage hätten Sie in diesem Interview gerne beantwortet, wurde Ihnen aber nicht gestellt?

Keine.

Lieber Maximilian, vielen Dank für dieses Interview. Ich wünsche Ihnen für alle weiteren Projekte viel Erfolg!

Die Bücher aus der Verlosung gehen an

Yvonne K.
Birgit F.
Bettina K.

Herzlichen Glückwunsch!

Die Interviewfragen stammen aus Einsendungen, im Rahmen der Aktion „Leser fragen – Autoren antworten”

[Cover: www.rowohlt.de / Autorenfoto © by privat )