Herzgedanken

Von mittelgrauen und schwarzen Tagen…

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Jedes Jahr teile ich für mich in bestimmte Abschnitte ein. Im Geiste sozusagen. Geburtstage. Karneval. Ostern…

Dieses Jahr allerdings ist es irgendwie anders. Es ist schwieriger als sonst, die Wochen und Monate einzuteilen, weil ich ehrlich froh bin um jeden Tag, den ich hinter mich bringen kann. Oder sollte ich lieber sagen: „Jeden Tag, den ich ohne Einbrüche hinter mich bringen kann?“

„Was ist los?“, werden jetzt Einige fragen. Die Frage ist berechtigt doch kann ich sie euch leider selbst nicht beantworten. Ich weiß nicht so recht was mit mir nicht stimmt. Stimmt überhaupt etwas NICHT  mit mir oder ist DAS eigentlich normal?

Ist es normal grundlos weinen zu müssen und dann wieder wochenlang nicht weinen zu können. Sind schlaflosen Nächte normal, die unkontrollierbaren Wutausbrüche, die dunklen Gedanken, die immer häufiger kommen?

Immer schlimmer…

Nein, das ist nicht normal. Es gibt sogar eine Bezeichnung dafür. Einen Stempel sozusagen: Depressionen!

Depressionen lassen dich nicht lächeln, wo du eigentlich lächeln möchtest. Sie lassen dich nicht schlafen, nicht ruhen, nicht frei. Sie sorgen dafür, dass du viel grübelst und in eine tiefe – meist grundlose – Traurigkeit fällst. Sie flüstern dir Dinge ins Ohr, die dir Angst machen…

Depressionen machen aus bunten Tagen mittelgraue und schwarze Tage. So wie Ostern zum Beispiel.

Im Moment macht mir der April furchtbare Angst. Ich versuche jedoch nach vorn zu schauen: neues Badezimmer, Urlaub, Hochzeitstag, Geburtstage, Schützenfest…

Vielleicht ist es gar nicht so schwer das Jahr einzuteilen. Wie immer…

Und vielleicht ist schwarzweiß ja doch eine schöne Farbe. Eine bunte, die sich im Moment noch versteckt.
© Ricarda Ohligschläger